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Als Teil der rund 156 km langen Verbindung von Wittenberge nach Strasburg in der Uckermark, die im 1. Abschnitt Wittenberge-Perleberg bereits 1881 durch die Betriebergesellschaft WPE (Wittenberge-Perlerberger Eisenbahn) eröffnet werden konnte, führte die ehemalige Verbindung von Wittstock nach Neustrelitz seit der Wende mehr und mehr ein Schattendasein. Während der Abschnitt von Wittenberge nach Wittstock zwischen 2006 und 2008 etappenweise als Hauptbahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h ausgebaut werden konnte und die Fahrgastzahlen spürbar zunahmen, wurde der östliche brandenburgische Abschnitt bis Mirow nicht mehr in den Ausbau mit einbezogen. Wie auf einigen anderen Strecken in Mecklenburg abseits der Hauptmagistralen auch, nahmen die Verkehrsströme von Ost nach West und umgekehrt v.a. seit 1990 zunehmend ab. So wurden bereits 1995 die Stationen Kuhlmühle und Groß Haßlow geschlossen, schlechte Verbindungen in Wittstock trugen weiterhin zur Unattraktivität des Abschnitts bis Mirow bei. Im Mai 1998 kam dann das endgültige Aus für den Abschnitt Wittstock-Mirow. Die Stilllegung folgte im Jahr 2000. Nachdem es im Jahre 2003 nochmals kurzzeitig zur Güterverkehr auf der Strecke kam, da durch Weichenausbau in Wittstock beim Bahnhofsumbau für den "Prignitz-Express" der Anschluss gekappt wurde, wurde dieser Streckenteil bis 2014 endgültig abgebaut. Der östliche Teil bis Neustrelitz wird heute unter dem Namen "Kleinseenbahn" von der Hanseatischen Eisenbahn unter der Kursbuchnummer 173 weiter betrieben.Güterverkehr zum Tanklager in Zirtow findet weiterhin statt.

kartenausschnittkleinseebahn hpQuelle: Reichsverkehrsministerium (Hrsg.): Hundert Jahre deutsche Eisenbahnen. Jubiläumsschrift zum hundertjährigen Bestehen der deutschen Eisenbahnen. - 2., neubearb. und erg. Aufl. 1938.  (Verkehrswissenschaftliche Lehrmittelgesellschaft, Leipzig)

 

Geschichte:

1895: Eröffnung Wittstock-Neustrelitz

1998: Einstellung Pv Wittstock-Mirow

2000: Stilllegung Wittstock-Mirow

2003: Einstellung Gv Wittstock-Mirow

2014: Letzter Abbau Wittstock-Mirow

 

Stationen:

 

Wittstock (55,5)

Groß Haßlow (61,4)

Dranse (65,8)

Kuhlmühle (70,7)

- Streckenwechsel -

Buschhof (0,2)

Abzw. Starsow (7,2 / 0,0) --> nach Rechlin

Mirow (8,9)

Zirtow-Leussow (13,2)

Anst. Zirtow (14,3)

Weißer See (17,7)

Wesenberg (18,8)

Groß Quassow (23,0)

Anst. Bürgerhorst (27,0 / 0,0)

Neustrelitz Süd (30,7 --> bis 2003 Personenbf.)

Neustrelitz

 

 

Legende: grau+fett: stillgelegter Bahnhof
                     grau+dünn: stillgelegter Haltepunkt

                     weiß+fett: Bahnhof
                     weiß+dünn: Haltepunkt

   
Die KBS 186 gestern und heute  
   
Gestern Heute
   
Buschhof Buschhof
db202414buschhof1996 hp buschhof2009 hp
Zwei Jahre vor Einstellung des Personenverkehrs auf dem Abschnitt Mirow-Wittstock erreichte 202 414 mit RB5914 am 19.09.1996 den "Grenzbahnhof" Buschhof, der immerhin noch über 3 Gleise verfügte. (Foto: Carsten Templin) Am 17.07.2009 lag lediglich noch ein Hauptgleis. Den Rest der Gleisanlagen hatte die Natur bereits wieder für sich vereinnahmt. Von Ferienwohnungen, wie sie jetzt im Jahre 2017 hier zu finden sind, war damals noch keine Spur.
   
Groß Haßlow Groß Haßlow
db202523grosshasslow1996 hp grosshasslow2009 hp
Als 202 523 mit RB5910 am 19.09.1996 Groß Haßlow mit ihren 2 Bom durchfährt, war der Haltepunkt bereits aufgelassen. Im Hintergrund kann man noch einen abgestellten Bghw erkennen. (Foto: Carsten Templin)
Am 17.08.2008 hat sich in Groß Haßlow erstaunlich wenig verändert. Sogar das Gleis liegt noch - allerdings unter Bewuchs. Der Bghw im Hintergrund ist allerdings verschwunden - das schmucke Gebäude mittlerweile in Privathand.